Mobilien. 1000 Möbel auf 80 Quadratmetern

Mittwoch, 4. Juni 2008 bis Montag, 10. November 2008
Blick in die Sonderausstellung "Mobilien"
Exponate der Sonderausstellung "Mobilien"

Parallel zur Dauerausstellung zeigt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge eine neue Raum-Installation, die sich mit dem Möbel als Museumsobjekt jenseits der üblichen Zuschreibungen an einen Entwerfer oder einen stilistischen Zusammenhang auseinandersetzt und die Frage nach dem Verhältnis von Mobiliar und Raum aufwirft.

Im Zentrum steht die Installation „Can-Can“ der Künstlerin Carolina Kecskemethy, die aus ihrer umfangreichen Sammlung von Miniaturmöbeln eine ungewöhnliche Ding-Landschaft gestaltet. Kecskemethy setzt diese dingliche Anordnung in Beziehung zu den künstlerischen Elementen der Zeichnung und einer Videoarbeit zu Jacques Offenbachs Musikstück „Can-Can“.

Exponate der Sonderausstellung "Mobilien"

Kecskemethys Intention, ein Bild kultureller Fremdheit und heterogener Zusammensetzung zu schaffen, wird in der Gegenüberstellung mit den musealen Konstellationen aufgenommen und verstärkt. In der seriellen Anordnung einer großen Anzahl gebrauchter Möbel unterschiedlicher Zeiten und kultureller Herkünfte zeigt sich im kleinen Format ein grundsätzlicher Aspekt der musealen Arbeit. Das Museum arbeitet mit Objekten, die ihrem ursprünglichen Kontext entrissen wurden und die trotz aller inhaltlichen Einordnungen immer auch wie Strandgut der Geschichte wirken.

Das Format der kommentierenden Ausstellung erzeugt eine neue Sicht auf die Bestandspräsentation des Museums der Dinge, diesmal mit dem Fokus der Anordnung. Der künstlerisch thematische, der museal reflektierende und der spielerisch theatralische Einsatz der Möbel beziehen sich aufeinander. Es entsteht eine dialogische Struktur, die auf der Spannung zwischen groß und klein, zwischen Realitätsfragment und Modell, Fläche und Raum beruht.