Glashaus von Bruno Taut

Ding des Monats Februar 2015
Glashaus von Bruno Taut

Glashaus von Bruno Taut, Köln 1914, Modell 1:20
Glashaus von Bruno Taut, Köln 1914, Modell 1:20, Modellbauer: Michael Kurz 1993 © Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge Berlin

„Das bunte Glas zerstört den Hass“ (Paul Scheerbart, 1914)

Das Glashaus von Bruno Taut ist für die Kölner Werkbund-Ausstellung 1914 als Reklame-Pavillon der Glasindustrie entstanden. Diese funktionale und vor allem kommerzielle Identität des Gebäudes störte Tauts als priesterlich empfundene Berufung, „ein Gewand für die Seele zu bauen“ nicht und war kein Hindernis, seine kosmischen Architekturvisionen zu realisieren.

Nachdem im August 1914 die Ausstellung im Zuge der Mobilmachung geschlossen wurde, überlebte das Bauwerk die Kriegsjahre noch als geplündertes Betonskelett und wurde zu Beginn der 20er Jahre abgerissen, genau zu dem Zeitpunkt, als es in den expressionistischen Architektur-Phantasien der „Gläsernen Kette“ um Taut seinen eigentlichen Bezugspunkt fand.

1993 nahm das Werkbundarchiv die Auffindung alter Bauzeichnungen und Konstruktionsunterlagen zu Tauts Glashaus im Historischen Archiv der Stadt Köln zum Anlass, ein Modell des Bauwerks zu rekonstruieren.
Das Glashaus-Modell wird momentan als ein Teil der Sonderausstellung "Made in Germany – Politik mit Dingen. Der Deutsche Werkbund 1914"  im Rahmen einer Licht- und Ton-Installation gezeigt.