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Kampf der Dinge. Eine Ausstellung im 100. Jahr des deutschen Werkbunds


29. Juni 2007 - 31. Mai 2008








2007 wurde der in München gegründete Deutsche Werkbund (DWB) 100 Jahre alt. Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge nahm das Jubiläum zum Anlass, um im Rahmen des vom Hauptstadtkulturfonds geförderten Ausstellungsprojekts einen kritischen Blick auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieser Reform-
bewegung zu werfen und die Zielsetzungen des DWB in Konfrontation mit der heutigen Produktkultur auf ihre Zukunftstauglichkeit zu prüfen.

Der Deutsche Werkbund strebte im Rahmen der utopischen Kulturtendenzen zu Beginn des 20. Jh. eine Lebensreform an. Durch die modern-sachliche Gestaltung von industriell gefertigten Produkten, von Architektur und Lebensraum sollte der zunehmenden Entfremdung entgegengewirkt und zwischen Gestaltern, Produzenten, Verkäufern und Verbrauchern ein neuer Verständigungszusammenhang über die Etablierung ethisch fundierter Werte wie Qualität, Materialgerechtigkeit, Materialehrlichkeit, Funktionalität, Nützlichkeit und Nachhaltigkeit geschaffen werden.

Dieser Programmatik entsprach insbesondere das historische Museum des Deutschen Werkbunds - das von Karl Ernst Osthaus ab 1909 in Hagen aufgebaute Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe (DM) - das im Sinne eines Strukturmodells für das heutige Werkbundarchiv – Museum der Dinge genutzt wird. Denn das Deutsche Museum war mit seiner Ausrichtung auf die damalige zeitgenössische Produktkultur und seinen verschiedenen mobilen 'Organen' ein avantgardistisches Unternehmen, das auch für die Untersuchung und Darstellung unserer Zeit geeignet scheint.

Die verschiedenen Strategien innerhalb des Deutschen Werkbunds liefen darauf hinaus, das Bild einer Einheit stiftenden Kultur aufrechtzuerhalten. Sein Ziel war es, über eine aus der Technik abgeleitete Funktionalität und Sachlichkeit die Übereinstimmung des Gebrauchs- und Tauschwerts von Produkten zu erreichen. Dinge sollten als stumme Diener das Leben der Menschen erleichtern und es nicht als verführende, eigenmächtige Warenfetische dominieren.

Der Werkbund wollte eigentlich nicht kämpfen, entwickelte allerdings eine ausgesprochene Kampfmetaphorik: Bis in die 1970er Jahre war seine Zielsetzung die Propagierung der ästhetisch und moralisch »guten Form«, die über übliche Instrumente wie Publikationen und Ausstellungen aber auch mit eigenen Mitteln, wie einem mobilen Museum zeitgenössischer Alltagskultur, den so genannten Werkbundkisten und mit Warenkunden betrieben wurde.

Zwar erscheint die Definition eines ästhetischen Kanons in Verbindung mit moralischen Wertungen aus heutiger Sicht problematisch; doch bleibt die Frage, ob und in welcher Form auch heute unabhängige Orientierungsmaßstäbe zur Beurteilung von Produkten und ihrer Qualität entwickelt werden können.





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Plakat "Deutsche Werkbundausstellung Cöln 1914" von Fritz Helmuth Ehmcke


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