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DING des Monats Mai 2013:
Mit Schmucksteinen dekorierte Nagelfeilen
1912 entwickelte Gustav E. Pazaurek, Leiter des Stuttgarter Landesgewerbemuseum 1906–1932, ein System zur Kategorisierung von Geschmacksverirrungen mit dem Titel Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe. Über Schmuck schreibt er:
„Im Kunstgewerbe ist Schmuck, bildlich gesprochen, Süßspeise, Dessert, Konfekt, Nachtisch, von dem man nicht allein leben kann. Jedes Übermaß davon macht nur dicke Bäuche, keine straffen Muskeln. Der Mensch braucht viel wichtiger substantiellere, nahrhaftere Kost, ein solides Stück Fleisch und besonders Gemüse.“
Auf aktuelle Objekte angewendet ließe sich die Nagelfeile Pazaureks Kategorie „Ornamentwut und Schmuckverschwendung“ zuordnen. Darunter versteht er exzessive Verwendung von Schmuck und auf die Spitze getriebene Dekoration, die in die „sehr gefährliche, weil ansteckende Krankheit der Ornamentwut oder des Dekorparoxysmus“ ausarten und als unkultiviertes Protzentum charakterisiert werden kann.
Pazaureks Publikation ist Ausgangspunkt für die Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ um aktuelle Gestaltungstendenzen zu untersuchen. Eine Auswahl zeitgenössischer Produkte – von der Massenware bis zum Designerstück – wurde deshalb historischen Objekten gegenübergestellt.
Die Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ vom Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist zurzeit vom 16. Mai bis 15. September 2013 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen.
Weitere Informationen finden Sie hier
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