 |
 |
DING des Monats
Oktober 2010
Tiefer Sessel, 1953
Herbert Hirche hatte diesen Sessel Anfang der 1950er Jahre in den Werkstätten der Stuttgarter Akademie für sein Privathaus entwickelt. 1957 stellte er zwei Prototypen in eine seiner Musterwohnungen der Internationalen Bauausstellung im Berliner Hansa-Viertel.
Das chromglänzende Stahlrohr wie auch das Streben nach größtmöglicher formaler Strenge zeugen von Hirches Ausbildung am Bauhaus und Mitarbeit bei Mies van der Rohe. Die Zierlichkeit des Möbels, seine extrem niedrige Sitzhöhe wie auch die Bescheidenheit der Materialien - Schaumstoffpolster waren mit einem einfachen Wollstoff bezogen - weisen den Entwurf jedoch klar als Kind seiner Zeit aus.
Erst seit 1990 wird der Sessel von der Stuttgarter Firma Richard Lampert in Serie hergestellt und mit verschiedenen Bezugsvarianten als "Klassiker mit Zukunft" vermarktet.
Über die "Erfindung des modernen Klassikers" und andere Themen kann im Rahmen der Tagung "Individuelles Erbe und kollektive Bedeutung" am 22. Oktober diskutiert werden.
mehr zur Tagung
Ding des Monats - Archiv
|
 |
 |
|