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MUSEUMSERÖFFNUNG in der Oranienstraße


Der Kampf der Dinge
28. Juni 2007, Donnerstag
19 Uhr

Kampf der Dinge -

eine Ausstellung im 100. Jahr des Deutschen Werkbunds


Ab dem 29. Juni 2007 öffnet das Werkbundarchiv - Museum der Dinge wieder seine Pforten und macht erstmalig den größten Teil seiner Sammlung für Besucher zugänglich.

Das Werkbundarchiv - Museum der Dinge nimmt das 100-jährige Jubiläum des deutschen Werkbunds zum Anlass, um einen kritischen Blick auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieser Reformbewegung zu werfen und ihre Zielsetzungen in Konfrontation mit der heutigen Produktkultur auf ihre Zukunftstauglichkeit zu prüfen.

Der Deutsche Werkbund strebte im Rahmen der utopischen Kulturtendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Lebensreform an. Durch die modern-sachliche Gestaltung von industriell gefertigten Produkten, von Architektur und Lebensraum sollte der zunehmenden Entfremdung entgegengewirkt und zwischen Gestaltern, Produzenten, Verkäufern und Verbrauchern ein Konsens über die Etablierung ethisch fundierter Werte wie Qualität, Materialgerechtigkeit, Materialehrlichkeit, Funktionalität, Nützlichkeit und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Der Werkbund wollte eigentlich nicht kämpfen, entwickelte allerdings eine ausgesprochene Kampfmetaphorik: Bis in die 1970er Jahre war seine Zielsetzung die Propagierung der ästhetisch und moralisch »guten Form«.

In einem ehemaligen Werkstattgebäude haben Besucher die Möglichkeit auf ca. 500qm die außergewöhnlichen Sammlungen des Museums zu entdecken - von den Hausgräueln zum gediegenen Hausgerät, von den funktionalen, stummen Dienern zu den Gemütlichkeit ausstrahlenden Nippes-Figuren, vom New Look zur guten Form, vom Vorbilderkanon zum
Antidesign.

Dabei ist die in Museen übliche Trennung zwischen Schau- und Depoträumen weitgehend aufgegeben, die Besucher können den musealen Umgang mit den Sammlungen unmittelbar verfolgen. Dieses Konzept wird zum ersten Mal mit der Ausstellung Kampf der Dinge erprobt, die dank der Unterstützung des Berliner Abgeordnetenhauses, des Berliner Senats, der Finanzierung durch den Hauptstadtkulturfonds und mithilfe zahlreicher privater Spender
realisiert werden konnte.



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