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PETER RAACKE zu Gast im Museum
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Herbert Hirche und Peter Raacke, 1984 |
JOUR FIXE "Herbert Hirches Vermächtnis"
6. September 2010
Das
Werkbundarchiv-Museum der Dinge stellt sich im Kontext seiner aktuellen
Ausstellung zu Herbert Hirche dem Thema "Individuelles Erbe und
kollektive Bedeutung".
An unserem September-Jour fixe können Sie sich dieser Frage auf einer
persönlichen Ebene nähern. Zu Gast ist Peter Raacke, um mit uns und dem
Publikum über die Frage "Gibt es ein Vermächtnis Herbert Hirches?" ins
Gespräch zu kommen.
1959
lud Peter Raacke für den neu gegründeten Verband Deutscher
Industrie-Designer (VDID) zu einer ersten Tagung nach Kassel ein. Die
sieben jungen Gründungsmitglieder forderten die Formulierung eines
Berufsbildes und einer Berufsethik für Formgestalter,
Ausbildungsrichtlinien und eine verbindliche Gebührenordnung. "Wir
orientierten uns an den Ärzten! So wie die Halbgötter in Weiß wollten
wir werden. Man dient nicht dem Fabrikanten, sondern dem Benutzer und
man ist Anwalt und man ist verantwortlich." (Peter Raacke, 2004)
Die
Newcomer wurden von der Riege etablierter Kollegen regelrecht
ausgebuht. Fast wäre die Veranstaltung geplatzt, hätte sich nicht
Herbert Hirche - selbst Vertreter der älteren, Bauhaus- und
Werkbund-geprägten Generation - hinter das Verbandsprojekt der "jungen
Rebellen" gestellt. Über viele Jahre sollte er als Präsident dem VDID
vorstehen und die Entwicklung des neuen Berufsbildes mit prägen. Als
Hochschullehrer bildete Herbert Hirche selbst Generationen von Designern
und Designerinnen aus.
Prof. Peter Raacke ist Gold- und
Silberschmied, Emaillemeister und Industrie-Designer. 1958 gründete er
sein Büro "raacke design", ein Jahr darauf – gemeinsam mit sechs jungen
Kollegen – den VDID. Peter Raacke lehrte unter anderem an der Hochschule
für Gestaltung Ulm und an der Hochschule für Bildende Künste in
Hamburg. Zu den bekanntesten Entwürfen von "raacke design" gehören das
Besteck "mono", der "Ulmer Koffer" aus zwei identischen
Kunststoffschalen, das modulare Büromöbelsystem "VOKO" und das weltweit
erste Pappmöbelprogramm.
Der Jour fixe dient einem regelmäßigen,
informellen Austausch zwischen geladenen Gästen, den Museumsmitarbeitern
und einem interessierten Publikum über aktuelle Arbeitsfelder und
Sammelgebiete des Museums.
 | | Peter Raacke am 6. September 2010 im Museum; für eine größere Ansicht bitte Bild anklicken |
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