Zehn Thesen zum kostengünstigen Wohnungsbau
Jour fixe am Montag, den 12. Juni 2017, um 19 Uhr

Jour fixe am Montag, den 12. Juni 2017, um 19 Uhr
Philipp Meuser

Philipp Meuser, Dr.-Ing Architekt BDA DWB (AK Berlin 09110)

Vortrag von Dr. Philipp Meuser, Architekt und Verleger, im Rahmen der Sonderausstellung gern modern? Wohnkonzepte für Berlin nach 1945, mit anschließendem Gespräch, moderiert von Alexander Koblitz, kklf.architekten_berlin, BDA.

Die wichtigste Botschaft vorab: Dieser Vortrag erfindet nicht die Formel für billiges Bauen. Vielmehr bündelt Philipp Meuser ein längst vorhandenes, aber selten in seiner Komplexität umgesetztes Wissen. Denn kostengünstiger Wohnungsbau ist nur zum Teil eine Frage von Baukonstruktion und Baumaterialien. 

Das hohe Einsparpotenzial liegt in ordnungsrechtlichen Parametern, in einer Überregulierung und in unserer traditionellen Denkweise, jedes Gebäude müsse individuell geplant werden. Diese Position stellt freilich eine Provokation dar. Und deshalb ist Meuser angreifbar. Wenn es gelingt, die Debatte über kostengünstigen Wohnungsbau mit seinen Argumenten zu versachlichen, wäre jedoch ein wesentliches Ziel erreicht. 

Es geht nicht darum, den Wohnungsbau einmal mehr neu erfinden zu wollen, sondern vielmehr darum, vorhandenes Wissen und langjährige Erfahrungen zu systematisieren.


Vita Philipp Meuser
Architekturstudium in Berlin und Zürich. Promotion mit einer Forschungsarbeit über sowjetischen Wohnungsbau. Bis 2001 Politikberater des Senators für Stadtentwicklung. Berufung in den Bund Deutscher Architekten BDA (2000) und den Deutschen Werkbund (2014). Seit 2001 verschiedene Projekte als Kurator für Goethe-Institute in der ehemaligen Sowjetunion. Seit 2002 Leitung von Meisterklassen in Russland, Kasachstan und Usbekistan. Lehrauftrag an der Technischen Universität Berlin (Habitat Unit, 2004).

Seit 2004 internationale Planungs- und Bauprojekte mit Schwerpunkt Osteuropa und Asien. Seit 2012 Generalplaner und Berater des Auswärtigen Amts in Krisenregionen (Libyen, Mali und Jemen). Kuratorentätigkeit, Forschungsaufträge, Vorträge im In- und Ausland sowie zahlreiche Publikationen.