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Wie man ein Haus baut
Drei Bände füllt Hermann Muthesius' Studie Das englische Haus, mit der er 1904 die wesentlichen Gedanken der englischen Landhaus-Bewegung nach Deutschland importierte. Doch nicht nur in theoretischen Arbeiten, sondern auch in seinen über 70 eigenen Landhäusern versuchte Muthesius seine Ideen in die Realität umzusetzen. Dass er dabei wichtige Voraussetzungen für das neue Bauen in den 20er Jahren schuf, ist mittlerweile ein Allgemeinplatz geworden. Laurent Stalders Dissertation schlägt deswegen einen anderen Weg ein. Ausgehend von der Arts-and-Crafts-Bewegung versucht er im ersten Kapitel, eine Kulturgeschichte des englischen Landhauses zu schreiben. Im zweiten Kapitel dagegen untersucht er das deutsche Haus, um dann, unterstützt von zwei Bildfolgen, Hermann Muthesius’ Transfer des englischen Stils nach Deutschland darzustellen.
Ein weiteres Kapitel widmet sich der Gestaltung des Hauses im Rahmen des Architektur-Diskurses um die Jahrhundertwende.
Laurent Stalder verschweigt dabei keineswegs, dass Muthesius’ Position auch Widersprüchliches mit sich bringt, gerade wenn er sich im Spannungsfeld von Theorie und Praxis, Moderne und Tradition bewegt, wie etwa in seiner Rede auf der Werkbund-Tagung in Köln von 1914, wo er die Typisierung der Architektur fordert. Schließlich ist es aber gerade dieses Spannungsfeld, das Muthesius’ Werk heute, nach der Revision der internationalen Moderne, wieder eine erstaunliche Aktualität verleiht.
Laurent Stalder: Hermann Muthesuius 1861-1927. Das Landhaus als kulturgeschichtlicher Entwurf, Zürich: gta-Verlag 2008, 223 Seiten.
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