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Egon Eiermann
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Egon Eiermann |
Egon Eiermann wird am 29. September 1904 in Neuendorf bei Berlin geboren. Nach seinem Abitur studiert er von 1923 bis 1927 bei Hans Poelzig Architektur an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. 1928 bis 1929 folgen zwei Jahre als Architekt bei Karstadt AG in Hamburg, ehe Eiermann 1931 mit Fritz Jaenecke ein eigenes Büro in Berlin eröffnet. Im selben Jahr tritt er auch dem Deutschen Werkbund bei. In den dreißiger Jahren kann er schon zahlreiche Industrie- und Wohnbauten konzipieren, doch die einflussreichste Phase seines Schaffens liegt in der Nachkriegszeit. 1947 folgt er einem Ruf an die Technische Hochschule Karlsruhe. 1951 ist er Gründungsmitglied des Rates für Formgebung und entwirft die deutsche Abteilung der Triennale in Mailand 1954. In den folgenden Jahren erhält er zahlreiche bedeutende Aufträge und wird mit dem Großen Preis des Bundes Deutscher Architekten und dem großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Egon Eiermann stirbt am 19. Juli 1970 in Baden-Baden.
Schon in seinem ersten Bau, dem Umspannwerk der Berliner Elektrizitätswerke AG (BEWAG) von 1929, deutet Egon Eiermann das Formenvokabular an, auf das er immer wieder zurückgreifen wird: Stahlbetonkonstruktion, Ziegelverkleidung, kubische Formgebung. In den dreißiger Jahren entwirft er eine Reihe von Wohnhäusern und Industriegebäuden, so z.B. das Fabrikgebäude der Degea-AG in Berlin (1938) und die Fabrikanlage Märkischer Metallbau in Oranienburg (1939-1941). Nach dem Krieg wird Eiermann an die Technische Hochschule Karlsruhe berufen, wo er einen Lehrstuhl für Architektur bekleidet. Auf einer Studienreise in die USA lernt er 1950 Walter Gropius und Marcel Breuer kennen, denen er stilistisch sehr nahe steht. In den Jahren 1949-51 entsteht die Taschentuchweberei Blumberg im Schwarzwald, die ihm den Hugo-Härtling-Preis einbringt. 1957 liefert er einen Beitrag für die Interbau-Ausstellung Berlin, das achtgeschossige Wohnhaus Objekt 13. Für die Weltausstellung in Brüssel 1958 entwirft Eiermann zusammen mit Sep Ruf den deutschen Beitrag, eine Anlage aus acht niedrigen Pavillons aus Stahl und Glas.
Eines seiner bekanntesten Projekte kann Eiermann in Berlin verwirklichen: Den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Nach dem der ursprünglich geplante Abriss des alten Turmes einen Sturm der Entrüstung in der Bevölkerung hervorruft, lässt er diesen in der Mitte stehen und baut sein eigenes Vorhaben östlich und westlich davon. 1958 bis 1962 folgt der Bau von zwei Wohnhäusern, dem Wohnhaus Graf Hardenberg und seinem eigenen Haus, dem Wohnhaus Eiermann, beide in Baden-Baden. In dieselbe Zeit fällt auch der Entwurf für die Kanzleigebäude der deutschen Botschaft in Washington D.C., der ihn in den USA berühmt macht und ihm den Architectural Award of Excellence einbringt. 1965-1969 entsteht nach Eiermanns Entwurf das Abgeordneten-Hochhaus des Deutschen Bundestages in Bonn. Seine letzte Schaffensphase ist geprägt von zwei großen Verwaltungskomplexen, die beide aber erst nach seinem Tod vollendet werden: Die Hauptverwaltungder IBM Deutschland in Stuttgart (1967-72) und das Verwaltungszentrum der Deutschen Olivetti in Frankfurt/M. (1968-72). Egon Eiermann hinterlässt neben seinem umfangreichen architektonischen Erbe auch zahlreiche Möbel, in erster Linie Stühle, und Inneneinrichtungen, die er für seine Bauten entworfen hat.
Literatur:
Wulf Schirmer (Hrsg.): Egon Eiermann. 1904-1970. Bauten und Projekte. Stuttgart 1984
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