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Thyra Hamann-Hartmann


Thyra Hamann-Hartmann wird am 30.10.1910 in Posen geboren und wächst in Hamburg auf. Nach ihrer Ausbildung an der höheren Fachschule bekommt sie ein Stipendium für die Textil-Ingenieur- Schule Krefeld. Dort wird sie in der Meisterklasse für Textile Flächen-
kunst von dem ehemaligen Bauhaus-
lehrers Georg Muche unterrichtet, der ihre Arbeit wesentlich beeinflusst. Aber auch Oskar Moll, bei dem sie in Berlin Malunterricht nimmt, prägt sie nachhaltig.

Neben ihrer freischaffenden Arbeit wird sie Assistentin und später Mit- arbeiterin von Georg Muche. Zudem leitet sie, nachdem sie ihre Meister- prüfung als Weberin abgelegt hat, das Studio für Webgestaltung an der Krefelder Schule. 1950 wird sie an die Werkkunstschule Bielefeld berufen, an der ihr die Professur verliehen sowie die Leitung der Textilabteilung übertragen wird. Wenig später tritt sie in den Deutschen Werkbund ein. Ab 1976 ist sie als freischaffende Textilkünstlerin in Berlin tätig. Dort stirbt Thyra Hamann-Hartmann im Februar 2005.

Die Künstlerin revolutionierte die Lehre der Textilgestaltung durch die Hinwendung zu grafisch-flächigen Elementen und der Naturstudie als Grundlage des künstleri- schen Entwurfes. Ihre Arbeiten sind von der Formensprache des Bauhauses inspi- riert. Sie entwirft unter anderem Textilien für die Mechanische Seidenweberei Hans Jammers in Krefeld. Ab 1942 nimmt sie an mehr als siebzig nationalen und inter- nationalen Ausstellungen teil. 1954 wird sie mit der Silbermedaille der Triennale in Mailand ausgezeichnet und erhält vier Jahre später die Ehrenurkunde auf der Welt- ausstellung in Brüssel. Daneben wird sie mit zahlreichen nationalen Preisen für ihr Werk geehrt.


Literatur:

Beder, Jutta: „Zwischen Blümchen und Picasso“ Textildesign der fünfziger Jahre in Westdeutschland. Lit. Münster 2002. S. 165, 166

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