Bernhard Pankok

16.05.1872 – 05.04.1943

Bernhard Pankok wird am 16. Mai 1872 in Münster geboren. Nach einer Bildhauer- und Malerlehre studiert er Malerei in Düsseldorf und Berlin. 1892 eröffnet er ein Atelier in München und arbeitet fortan als freier Künstler und als Graphiker und Illustrator für die Zeitschriften PAN und Jugend. 1897 entwirft Pankok seine ersten Möbel und gehört zu den Mitbegründern der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk. 1901 wird er an die königliche Lehr- und Versuchswerkstätte Stuttgart berufen, die er ab 1913 leiten wird. Zudem beginnt er 1901 mit dem Bau des Haus Lange in Tübingen seine Karriere als Architekt. 1907 gehört Pankok zu den Mitbegründern des Deutschen Werkbunds. Auch in der Folgezeit ist sein Arbeitsfeld sehr vielfältig; durch seine Häuser, seine Innenräume, seine kunsthandwerklichen Arbeiten, aber auch durch seine Bilder und Opernausstattungen macht er immer wieder von sich Reden. Bernhard Pankok stirbt am 5. April 1943 in München.


Ähnlich wie seine Kollegen Peter Behrens oder Richard Riemerschmid, mit denen er später die Vereinigten Werkstätten gründen wird, beginnt auch Bernhard Pankok seine künstlerische Laufbahn mit der Malerei. Unter dem Einfluss der englischen Arts and Crafts – Bewegung interessiert er sich bald auch für das Kunsthandwerk und beginnt Möbel zu entwerfen. 1897 zeigt er seinen ersten Sessel auf der Münchner Kleinkunst-Ausstellung und wird von Wilhelm von Bode zu weiteren Ausstattungen ermutigt. Kurz darauf gehört er zu den Mitbegründern der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk und nimmt an zahlreichen Ausstellungen teil. In den folgenden Jahren entstehen das Erkerzimmer für die Pariser Weltausstellung (1900), die Innenausstattung für das ebenfalls von ihm gebaute Haus Lange in Tübingen (1901), das Wohnzimmer Hermann Obrist (1902–04) und das Musikzimmer für die Weltausstellung in St. Louis (1904). Der Bau des Haus Lange in Tübingen stellt für Pankok zudem den Beginn einer erfolgreichen Tätigkeit als Architekt dar, in deren Folge u.a. das Haus Rosenfeld in Stuttgart (1909–12) und die Gebäude der Kunstgewerbeschule Stuttgart (1908–13) entstehen. In Stuttgart bekleidet Bernhard Pankok bereits seit 1901 eine Professur an der königlichen Lehr- und Versuchswerkstätte, welche er 1913 mit der Kunstgewerbeschule zusammenführt und die Gesamtleitung übernimmt. 1907 gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Werkbunds. In der Folgezeit gestaltet Pankok Salons für Dampfschiffe und Fahrgastkabinen für Zeppeline, arbeitet an der Ausstattung von Opern mit und entwirft weitere Möbelstücke wie z.B. einen Zierschrank für die Ausstellung in Monza von 1925. Daneben entstehen weitere Bilder, Porträts und Druckgraphiken. 1937 wird Pankok pensioniert und zieht sich ins Privatleben zurück. Wenn er sich auch vor allem als Kunsthandwerker einen Namen gemacht hat, so ist es doch auch die Vielfalt seines Schaffens, die seine Zeitgenossen, aber auch spätere Bewunderer beeindruckt:

Pankok und Kunstgewerbeschule, Pankok und Porträtist, Pankok und Graphiker, Pankok und Architekt, Pankok und Bühnenbildner – auf allen Gebieten hatte er immenses geleistet und seine Persönlichkeit zum Ausdruck gemacht.

Neckar-Zeitung Heilbronn, 1932, zit. nach Pankok, S. 9


Literatur

Württembergisches Landesmuseum Stuttgart Altes Schloss (Hrsg.): Bernhard Pankok. 1872–1943. Stuttgart 1973.