Relax-A-Cizor | Ding des Monats Mai 2018

Ding des Monats Mai 2018
Relax-A-Cizor

 

Relax-A-cizor, elektrisches Stimulationsgerät, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Foto: Armin Herrmann

Relax-A-Cizor, elektrisches Stimulationsgerät, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Foto: Armin Herrmann

Der Relax-A-Cizor wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung Erotik der Dinge. Sammlungen zur Geschichte der Sexualität vom 03. Mai 2018 bis 27. August 2018 gezeigt.

Als einer der ersten Verkaufsschlager unter den Fitnessprodukten in den 1950er und 1960er Jahren verkaufte sich der von William J. Browner entworfene Relax–A–Cizor über 400.000 Mal. Ausschlaggebend für dessen Beliebtheit waren eine komfortable Bedienung sowie das Versprechen des Herstellers, über Nacht Gewicht abzunehmen.
 
Dieses Gerät wurde aber nicht nur zur Gewichtsreduktion sondern auch zur erotischen Stimulation genutzt und gehörte zur Sammlung des Sexualwissenschaftlers Alfred Kinsey.
Mindestens zwei Elektroden wurden auf so genannte „Problemzonen“ des Körpers angebracht und die Intensität der Behandlung über einen Drehknopf manuell gesteuert. Die Behandlungsdauer betrug 30 – 60 Minuten.

Leider brachte das "Wundermittel" Relax-A-Cizor statt der erwünschten Gewichtsreduktion eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen und Gefahren mit sich. Die enorme Intensität der elektrischen Impulse führte zu Muskelerschütterungen, Bewusstlosigkeit, Schluckbeschwerden, Krämpfe und Erbrechen. Sogar Fehlgeburten und Lähmungen gehörten zu den Nebenwirkungen des Gerätes, weshalb das Produkt von der US-Regierung verboten wurde. In der Folge zerbrach das in Hollywood ansässige Unternehmen Relaxacizor Inc..