2021/22 Das Museum – eine Schule der Dinge IX: Dinge ordnen

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Blick in einen Karteischrank. Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin. Foto: Armin Herrmann, 2021.

Das Ordnen und Aufräumen hat in den vergangenen Jahren eine ungeheure Konjunktur: Die Videos der japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo oder Bücher wie „Simplify your life“ sollen dabei helfen, in der stetig zunehmenden Dingfülle zuhause den Überblick zu behalten oder ihn wieder zu erlangen. Die Covid-19-Pandemie hat durch ihre Plötzlich- und Unberechenbarkeit das Bedürfnis nach Ordnung im Alltag noch einmal zugespitzt. Aber ist Ordnen, Aufräumen, Sortieren, Einteilen, Strukturieren, Gliedern und Systematisieren nicht von klein auf in unserem Leben verankert? Schaffen wir nicht ständig eigene Ordnungssysteme? Welche Bedeutung haben dabei die Dinge, die für das Ordnen gemacht sind?

Ausgehend von diesen ganz alltäglichen, häufig kaum wahrgenommenen Ordnungsdingen wollen wir im Projekt die unterschiedlichen Bedeutungszusammenhänge von Ordnung erkunden. Für das Museum der Dinge ist dies ein besonderes Anliegen, denn das ordnende Sammeln gehört zu seinen Kernaufgaben. Nur durch eine museale Systematik wird aus einer Ansammlung von Dingen eine Sammlung. Gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden wir das Ordnen hinterfragen und die Dinge und unsere Lebenswelt als Dingsammlungen, Fotosammlungen und Collagen in neue überraschende Zusammenhänge bringen.

Das Projekt greift dezidiert zurück auf die Erkenntnisse des Vorgängerprojektes „Neue Alltagsdinge – Krisendinge. Gegenwart sammeln“. Die Sammlung des Museums der Dinge dient als Experimentierfeld, um verschiedene Ansätze des Sortierens und der Strukturierung zu erproben, eigene Sammlungen anzulegen, Präsentations- und Dokumentationsstile einander gegenüberzustellen. Die Ergebnisse des Projektes sollen der Öffentlichkeit als Kommentare zur im Frühjahr 2022 stattfindenden Ausstellung zum Thema Ordnungsdinge präsentiert werden.


Projektdauer: August 2021 - Juli 2022

Projektleitung: Veronika Deinzel (Museum), wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung und Vermittlung

Kooperationspartner: Max-Bill-Schule, OSZ Planen, Bauen, Gestalten (Projektleitung: Andrea Leue), Hans-Fallada-Schule, Neukölln, INA.KINDER.GARTEN Dresdener Straße, Kreuzberg, Jens-Nydahl-Grundschule, Kreuzberg

Projektteam: Alexander Renz, Vera Rammelmeyer, Markus Strieder, Anna Cummings, Christoffer Martens, Julia Devies


Das Projekt „Das Museum - eine Schule der Dinge VIII: Krisendinge / Gegenwart sammeln“ wird gefördert von:

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