Die frühe Ostmoderne im kulturellen Gedächtnis
Podiumsgespräch zwischen Anna Franziska Schwarzbach (Bildhauerin), Dr. Walter Scheiffele (Designhistoriker) und Dr. Jens Semrau (Kunstwissenschaftler)

15. Juli 2021
19 Uhr

Veranstaltung im Rahmenprogramm zum Kooperationsprojekt „die frühen jahre. mart stam, das institut und die sammlung industrielle gestaltung"

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Schaukelwagen, Entwurf: Hans Brockhage (konstruktive Mitarbeit: Erwin Andrä), Studienarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, 1950, Betreuer: Mart Stam, Hersteller: Fa. Siegfried Lenz, Berggießhübel, danach VEB Holzspielwarenwerke Ohrdruf, später Firmen in der BRD und den USA, Foto: anonym.

In dem für den 15. Juli im Werkbundarchiv – Museum der Dinge geplanten Podiumsgespräch wird es um die gestalterischen Konzeptionen, die damaligen Akteurinnen und Akteure sowie die Rezeption der frühen Ostmoderne gehen.

Die Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach vermag über persönliche Erinnerungen an die Bauhaus-Designerin Marianne Brandt und das Wirken des niederländischen Avantgardisten Mart Stam, und anderen Formgestaltern in der DDR zu berichten. Sie wird über ihren Vater Hans Brockhage sprechen und von dessen Diplomarbeit zur Gestaltung von Handpuppen sowie seinen Entwurf des berühmten Schaukelwagens.  Auch geht es um den Einfluss dieser Begegnungen auf ihren eigenen Weg zum Architekturstudium an der Hochschule in Berlin-Weißensee bei dem Bauhäusler und Architekten Selman Selmanagić

Der Designhistoriker Walter Scheiffele hat über die deutsch-deutsche Nachkriegsmoderne geforscht und unter anderem in seinem Buch „ostmoderne-westmoderne“ (Leipzig 2019) publiziert. Er wird etwas zur Intention der Stiftung Industrie- und Alltagskultur für das vorliegende Ausstellungs- und Publikationsprojekt sagen, zum Ost-West-Verhältnis im Design der Nachkriegsjahre und über seine Sicht auf die vom Bauhaus beeinflusste 'Ostmoderne'. 

Der Kunstwissenschaftler Jens Semrau hat sich in einem Zeitzeugen-Projekt mit der Geschichte der Hochschule in Weißensee befasst und damit intensiv mit der Spannung zwischen individuellen Erinnerungen und dem allgemeineren 'kulturellen Gedächtnis'. Dieses kulturelle Gedächtnis insbesondere zur Geschichte des deutsch-deutschen Designs wird zweifellos immer auch von aktuellen Interessen mitbestimmt. Danach wird zu fragen sein. 

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen unserer aktuellen Sonderausstellung „die frühen jahre. mart stam, das institut und die sammlung industrielle gestaltung" im Werkbundarchiv – Museum der Dinge statt. Diese ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Stiftung Industrie- und Alltagskultur und dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge. 

 

Wir bitten um Anmeldung unter info|at|museumderdinge.de