Filmscreening "Messies, ein schönes Chaos"
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung DINGE ORDNEN

06. Oktober 2022
19 Uhr
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Film-Still aus "Messies, ein schönes Chaos", Regie: Ulrich Grossenbacher, Fair&Ugly Filmproduktion.

Das Phänomen des Messie-Tums ist untrennbar mit der industriellen Massenproduktion und damit der im Zentrum unserer Museumsarbeit stehenden modernen Produktkultur verbunden. Sicher gab es auch davor Menschen, die ihre Habseligkeiten nicht in einer strengen Ordnung aufbewahrten. Aber da da die meisten Menschen früher durchschnittlich viel weniger Dinge besaßen, fiel das eben nicht so sehr auf. 

Anders die Messies der Überfluss-Gesellschaften mit ihren Discountern und Online-Tauschbörsen, die in der Regel für ihr als sinnlos geltendes Anhäufen und Horten von Dingen verurteilt werden, die mehr als Müll denn als aufhebenswert angesehen werden. 

Dabei sind „Messies“, so der Regisseur Ulrich Grossenbacher, doch nur "Menschen, die eine Leidenschaft für Dinge und Projekte entwickeln, die so stark ist, dass sie allmählich den Bezug zum Normalen verlieren. [...] Oft erliegen sie dem Irrtum, sie seien mit ihren Neigungen allein auf der Welt." Die Deklaration ihrer Tätigkeit als krankhaft, so Grossenbacher weiter, "löst denn auch bei den Messies Schamgefühle aus, weshalb viele in eine soziale Isolation geraten."

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Film-Still aus "Messies, ein schönes Chaos", Regie: Ulrich Grossenbacher, Fair&Ugly Filmproduktion.

Der Film „Messies, ein schönes Chaos“ gewährt einen vielschichtigen und sensiblen Einblick in den Alltag von vier dieser Ansammler menschlicher Erzeugnisse der industriellen Moderne. Wir begeben uns auf Höhlenwanderungen durch ihre vollen Schatzkammern, entdecken ihre genialen Erfindungen, ihre gefährlichen Basteleien und stöbern in ihren riesigen Archiven. Wir erleben Konflikte, die sie durch ihr Anderssein mit ihren Angehörigen, Nachbarn und Institutionen zu bewältigen haben. 

Das Screening des Films "Messies, ein schönes Chaos" wird begleitet von einer Einführung durch die Filmkritikerin Jenni Zylka.

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Jenni Zylka © Fotostudio Neukölln.

Geheimagentin Jenni Zylka, seit 1988 in Berlin, ist freie Kulturjournalistin mit den Schwerpunkten Film und Musik (u.a. für Spiegel, taz, Tagesspiegel, Freitag, epd Film, Rolling Stone), kuratiert Filme für die Sektion Panorama der Berlinale, moderiert Filmgespräche und Pressekonferenzen für u.a. die Berlinale, das Filmfest Emden und das Filmfest Dresden, ist Kulturkommentatorin beim RBB, MDR, WDR und Deutschlandradio, schreibt Bestseller und Drehbücher, ist Jurorin beim Grimme-Preis, prüft Fernsehinhalte für die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen FSF, schreibt für den Medienwatchblog Altpapier, und unterrichtet Journalismus an der amd Berlin. 

Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.