Kommt! Ins Offene, Freund*innen - an die Karl-Marx-Allee
Vortrags- und Gesprächsabend mit Dr. Thomas Flierl

20. Februar 2020 um 20 Uhr
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Blick vom Strausberger Platz auf die Karl-Marx-Allee, vermutl. 1960er Jahre, Fotograf*in unbekannt. Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 2020

In der Topographie Berlins und der Architektur- und Städtebauentwicklung der DDR nimmt die Karl-Marx-Allee eine besondere Stellung ein. Als einzige der Radialstraßen im Osten Berlins wurde sie nach den Kriegszerstörungen und im Zuge des «sozialistischen Aufbaus» zwischen dem Innenstadtring und dem Alexanderplatz baulich vollständig erneuert. An ihr lassen sich idealtypisch drei Jahrzehnte und drei unterschiedlich lange Etappen der DDR-Städtebaugeschichte ablesen. Die Nachkriegsmoderne begann an der Stalinallee mit der «Wohnzelle Friedrichshain» unter der Leitung von Hans Scharoun. Die abrupte Wendung zur Baupolitik der «nationalen Traditionen» Anfang bis Mitte der 1950er Jahre fand dann im ersten Bauabschnitt zwischen Proskauer Straße und Strausberger Platz mit seinen charakteristischen Bau- und Platzensembles ihren exemplarischen Ausdruck, während der zweite Bauabschnitt zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz ab 1959 die klassische DDR-Moderne repräsentiert, die mit dem Bau des Alexanderplatzes, der Errichtung des Fernsehturms und schließlich des Palastes der Republik 1976, d.h. in der Ausgestaltung des zentralen Teils der Ost-West-Achse Berlins, ihren Abschluss fand. 

Der Vortrag umreißt die Bau-, Kultur- und Rezeptionsgeschichte der Karl-Marx-Allee, die mit dem Bau von sechs neuen Pavillons zwischen Alexanderplatz und Kino International einen neuen Auftakt erhalten soll.

Dr. Thomas Flierl, Architekturhistoriker und Publizist, Bauhaus-Institut für Theorie und Geschichte der Architektur und Planung Weimar.

Der Eintritt zu Veranstaltung ist frei.