Präsentation und Gespräch zwischen Thomas Flierl und Walter Scheiffele

Donnerstag, 12. August 2021 um 19 Uhr
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Seite zu Stams Arbeit in "Das Neue Frankfurt" 

Der Niederländer Mart Stam zählt zu den bedeutendsten Architekten und Gestaltern der internationalen Moderne. In den 1920er Jahren arbeitet Stam in Berlin und Frankfurt und unterrichtet am Bauhaus in Dessau. Nach der Weltwirtschaftskrise und dem Ende des modernen Häuser- und Städtebaus in Deutschland geht Stam 1930 in die Sowjetunion, um – wie diverse deutsche Architekten der klassischen Moderne – seine Expertise einzubringen. Stam ist an den Generalbebauungsplänen für Industriestädte wie Magnitogorsk, Orsk und Makeevka beteiligt bis er aufgrund verschärfter ideologischer Auseinandersetzungen enttäuscht in die Niederlande zurückkehrt.

Überraschenderweise entschließt sich Stam 1948 ein zweites Mal für den Weg in den Osten. Dieses Mal führt sein Weg in die DDR, zunächst nach Dresden als Rektor an die Hochschule für Bildende Kunst. Nach massivem Widerstand gegen seine Pläne zur Einrichtung einer Gestaltungsfakultät wechselt Stam 1950 als Rektor an die Hochschule für angewandte Kunst in Berlin Weißensee. Dort gründet er das Institut für industrielle Gestaltung, das sich in der Art der Ausbildung am Bauhaus-Vorbild orientiert. Modern und funktional gestaltete Gebrauchsgegenstände für die "werktätigen Menschen" sind das Ziel. Dort wird Stam nach hoffnungsvollen Anfängen bereits 1952 wegen Formalismus und Kosmopolitismus entlassen und es erfolgen scharfe Kurskorrekturen in der DDR-Kulturpolitik unter Walter Ulbricht.

Der Architekturhistoriker und Publizist Thomas Flierl wird über Mart Stam in der Sowjetunion, der Designhistoriker Walter Scheiffele über Mart Stam in Dresden sprechen. Zusammen zeichnen sie das Bild eines überzeugten Avantgardisten.

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Es sind die entsprechenden Hygienemaßnahmen einzuhalten. Wir bitten um vorherige Anmeldung unter info@museumderdinge.de.