Zur Institution

Ventilator, gestaltet von Peter Behrens, Sammlung Werkbundarchiv - Museum der Dinge

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist ein Museum der Produktkultur des 20. und 21. Jahrhunderts, die von der industriellen Massen- und Warenproduktion geprägt ist. Kern der Institution ist das Archiv des Deutschen Werkbundes. Diese 1907 gegründete Vereinigung von Künstlerinnen und Künstlern, Industriellen, Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitikern strebte als Teil der utopischen Kulturtendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Lebensreform an.

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge steht als autonome Organisation bewusst in dieser Werkbund-Tradition und sieht seine Aufgabe gleichermaßen in deren materieller Bewahrung und wissenschaftlichen Dokumentation wie in deren zeitgenössischer Interpretation und Reflexion.

Die als "Offenes Depot" präsentierte Sammlung wird im Rahmen von Ausstellungsprojekten ständig neu befragt, weiterentwickelt und kommentiert.

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge versteht sich als museale Versuchsanstalt, in der sich die Aufmerksamkeit darauf richtet, ausgehend von der heutigen Produktkultur die Geschichte der Dinge im 20. und 21. Jahrhundert immer wieder neu wahrzunehmen und wahrnehmbar zu machen. Dabei gilt es den Museumsraum, die Auswirkungen der spezifischen musealen Struktur auf den Objektstatus und die Konstruktion von Wahrnehmung sowie die Möglichkeiten von ästhetischer Bildung in Museen und Ausstellungen zu erforschen.

Nicht der Repräsentation von Kultur und Geschichte verschrieben, versucht das Werkbundarchiv – Museum der Dinge die Partizipation daran zu ermöglichen – eine zentrale bildungs- und gesellschaftspolitische Aufgabe.

Das Museum ist bemüht, die in seiner Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit erkennbare Identität als Labor und Experimentierfeld für Lernende weiter zu kultivieren und die langjährige erfolgreiche Vermittlungsarbeit (Ausstellungen, Veranstaltungen, Seminare) weiter zu entwickeln. Das Museum versteht sich als eine Lern- und Erfahrungsplattform zur ästhetischen Gestaltung für Studierende gestaltungs- und museumsrelevanter Studienrichtungen. Es soll ein Ort sein, an dem Studierende während ihrer Ausbildung zu Gestalterinnen und Gestaltern und Analytikerinnen und Analytikern von Dingen, Räumen und Prozessen Anregungen finden und die Kommunikationsstrukturen zwischen den Disziplinen gefördert werden, die das Arbeitsfeld Museum bestimmen.