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Biografien von Protagonisten des Deutschen Werkbunds | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Henry van de Velde
Henry van de Velde, der seine Karriere als Maler beginnt, wendet sich unter dem Einfluss der englischen Arts and Crafts – Bewegung von John Ruskin und William Morris schon bald dem Kunsthandwerk und der Innenarchitektur zu und verwendet dabei die Formensprache des linearen Jugendstils. Um 1900, dem Jahr seiner Übersiedlung nach Berlin, lernt er Karl Ernst Osthaus kennen, der ihn mit dem Innenausbau seines Folkwangmuseums in Hagen beauftragt. Während einiger Jahre führt er, unterstützt von Eberhard von Bodenhausen, die Henry van de Velde G.m.b.H. Kunstwerkstätten, die 1902 aber liquidiert wird. Trotz des finanziellen Debakels ist diese Zeit eine von van de Veldes produktivsten Phasen. Als er 1906/7 die Kunstgewerbeschule Weimar gründet, ist sein erklärtes Ziel: „...funktionelle Formen und organische Elemente zu entwickeln, mit denen die Industrien die Aufmerksamkeit des abgestumpften Publikums erregen (...) konnten.“ (Geschichte meines Lebens, S. 292) Im selben Jahr erscheint sein Buch Vom neuen Stil. Sein Verhältnis zur Industrie bleibt aber ein Gespaltenes, und so begegnet er auf der Werkbund-Ausstelllung von 1914 in Köln den zehn Thesen von Hermann Muthesius mit Ablehnung. Seine zehn Gegenthesen beginnen wie folgt: „Solange es noch Künstler im Werkbund geben wird und solange diese noch Einfluß auf dessen Geschicke haben, werden sie gegen jeden Vorschlag eines Kanons oder einer Typisierung protestieren.“ (Geschichte meines Lebens. S. 365) Für die Ausstellung hat van de Velde einen beeindruckenden Theaterbau entworfen. In den frühen 20er Jahren widmet sich Henry van de Velde ganz den Entwürfen des Rjiksmuseum Kröller-Müller in Otterlo (Holland), das aber aus finanziellen Gründen in dieser Form nie gebaut, sondern 1938 in einem ebenfalls von ihm konzipierten Provisorium eröffnet wird. In seinen Jahren zurück in Belgien entwirft van de Velde neben seiner Lehrtätigkeit in Brüssel und Gent unter anderem die Ausstattung von Eisenbahnwaggons und von Kreuzschiffen. Außerdem ist er für den belgischen Beitrag zu den Weltausstellungen in Paris 1937 und New York 1939 verantwortlich. Während der deutschen Besetzung Belgiens im zweiten Weltkrieg arbeitet van de Velde bei einem Wiederaufbauprogramm mit. Als er 1947 in die Schweiz übersiedelt, beginnt er mit der Niederschrift seiner Memoiren, die 1962 posthum unter dem Titel Geschichte meines Lebens erscheinen. Literatur: Henry van de Velde: Geschichte meines Lebens. Hrsg. von Hans Curiel. München 1962 Susan M. Canning: Henry van de Velde (1863-1957). Paintings and Drawings. Ausstellungskatalog. Antwerpen 1987 Deutscher Werkbund und Werkbundarchiv (Hrsg.): Die Zwanziger Jahre des Deutschen Werkbunds. Giessen 1982 Karl Ernst Osthaus: Van de Velde. Berlin 1984. (Reprint der Originalausgabe des Folkwang-Verlags von 1920.) Kaiser Wilhelm Museum Krefeld/Karl Ernst Osthaus-Museum der Stadt Hagen (Hrsg.): Deutsches Museum für Kunst in Handel und Gewerbe 1909 - 1919. Gent 1997 Klaus-Jürgen Sembach: Henry van de Velde. Stuttgart 1989 Klaus-Jürgen Sembach/Birgit Schulte (Hrsg.): Henry van de Velde. Ein europäischer Künstler seiner Zeit. Ausstellungskatalog. Köln 1992 Links: www.henry-van-de-veldeFacts, architecture, furniture and designs by Henry van de Velde www.van-de-velde-route.deEine architektonische Reise durch Europa auf den Spuren Henry van de Veldes www.wvz-henryvandevelde.deWerkverzeichnis der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen (SWKK), Forschungsprojekt "Werkverzeichnis Henry van der Velde" |
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